Premium-Sound auf die Ohren!

Musik-Streaming-Dienste: Flatrate für die Ohren

In Zeiten von iPod, modernen Smartphones, Tablets und Notebooks hören immer mehr Menschen überall Musik. Sei es auf der Couch, am Schreibtisch, im Café oder Park – Musik ist überall. Genau auf diese Freiheit möchten viele Menschen nicht verzichten. Deshalb schließen sie Abonnements bei diversen Musik-Streaming-Diensten ab, doch welcher ist der beste?

Kaum ein Bereich des Musikmarktes wächst schneller als das Streaming. Es ist fast schon grotesk, dass Geldgeber in einen Markt investieren, der seit Jahren schrumpft und mit Piraterie zu kämpfen hat. Ende vergangenen Jahres investierte der US-amerikanische Milliardär Leonard Blavatnik 130 Millionen US-Dollar in den französischen Musik-Streaming-Dienst „Deezer“. Ein Jahr zuvor investierten Risikokapitalgeber 100 Millionen US-Dollar in den schwedischen Konkurrenten „Spotify“. Durch den Erfolg der Vorreiter starteten viele weitere Dienste mit einem Ziel vor Augen: Die aktuelle Beliebtheit auszunutzen.

Eines haben die Unternehmen gemeinsam: Die Nutzer kaufen die Musik nicht, sondern können das Angebot so lange hören, wie sie möchten – alles für einen monatlichen Beitrag. Das Angebot ist somit eher mit einem kostenpflichtigen Radio zu vergleichen.

Warum Musik-Streaming so erfolgreich ist

Musik-Streaming Erfolg

Musik-Streaming Erfolg

Viele Konsumenten haben sich bereits damit abgefunden, dass Musik immer häufiger im digitalen Format gekauft wird. Immerhin ist es viel bequemer, Musik mit wenigen Klicks herunterzuladen, als sie im Musikladen auf CD zu kaufen und anschließend auf den CD zu übertragen. Spätestens seit Apple mit iTunes in zahlreichen Ländern weltweit Musik verkauft, hat die digitale Musik große Beliebtheit errungen. Gefolgt sind diverse weitere Plattformen, die ebenfalls auf den Erfolg aufbauen.

In Deutschland blieb der Erfolg der Streaming-Dienste bis Ende 2011 aus. Erst zu diesem Zeitpunkt schließ der IT-Branchenverband Bitkom einen Rahmenvertrag mit der GEMA ab. Dies ermöglichte den Anbietern Spotify, Rdio und Deezer neben den bereits bestehenden Namster und Simfy den deutschen Markt zu betreten.

Das Konzept ist simpel: Beim Streaming landen keine Musikdateien auf den Abspielgeräten der Nutzer, die sie an Freunde weiterreichen könnten. Und genau das gefällt den Plattenfirmen, die sich seit Jahren mit Raubkopierern herumschlagen. Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob das Konzept auch HiFi-Hörern gefällt. Schließlich haben sie beim Musik-Streaming keinen Einfluss auf die Qualität ihrer Musik.

Riesige Musik-Auswahl

Alle in Deutschland verfügbaren Dienste besitzen Datenbanken mit mehr als 15 Millionen Songs. Trotzdem fehlen bekannte Künstler wie AC/DC, Metallica, Die Toten Hosen oder The Beatles, die ihre Alben nicht zum Streaming freigeben. Die Tarife sind alle ähnlich gegliedert, grundsätzlich zahlen Interessierte einen Festpreis pro Monat und können so die gesamte Musik-Auswahl genießen. Simfy startete ursprünglich mit einem werbefinanzierten Free-Account, der auf zwei Monate begrenzt ist. Der Grund dafür ist simpel: mangelnde Rentabilität. Die Werbeeinnahmen sind zu gering, um die Kosten zu decken.

Streaming zu Geräten

Streaming zu Geräten

Streaming zu Geräten

Wenn es schon Streaming-Dienste gibt, möchte man diese auch überall genießen. Mit den Premium-Abos der Anbieter ist es auch möglich, das Streaming zu geeigneten HiFi-Geräten freizuschalten. Während Napster früher von vielen HiFi-Herstellern unterstützt wurde, wird dieser nun von Spotify abgelöst. Onkyo zum Beispiel „sieht in Spotify das größere Potential“. Yamaha dagegen will mit Software-Updates Napster wieder anbieten. Andere Hersteller wie Denon können an der Situation nichts ändern. Ihre AirPlay-zertifizierten Netzwerk-Chips besitzen nicht genügend Speicher, um ein Napster-Update aufzunehmen. AirPlay-Geräte haben grundsätzlich den Vorteil, dass hier das Streaming von einem Mac möglich ist. Theoretisch wäre auch die Musikübertragung über iDevices möglich.

Qualität beim Streaming

Die Anbieter der Musik-Streaming-Angebote reden nur gern über ihre Daten. Grundsätzlich liegt die maximal mögliche Datenrate bei 320 Kilobit pro Sekunde (kbit/s). Wie gut die Qualität tatsächlich ist, hängt letztendlich von den Content-Partnern ab. Bei Juke liegt die Datenrate eigenen Angaben zufolge zwischen 48 und 192 kbit/s. Der Anbieter nutzt den Codec Dolby Pulse, der auch bei niedrigen Datenraten sehr gut klingen soll. Napster setzt ebenfalls auf einen neuen Codec, nämlich AAC. Der Konkurrent Simfy dagegen nutzt das beliebte, aber weniger effektive MP3-Format. Spotify überlässt die Qualitätswahl dem Nutzer: Diese haben die Wahl zwischen Musik mit 160 oder 320 Kilobit per Sekunde. Für Smartphones gibt es sogar die Möglichkeit, Musik im mobilfunkfreundlichen Ogg-Vorbis-Format (96 kbit/s) zu streamen.

Die Kandidaten im Vergleich

Da Musik-Streaming-Dienste alle sehr ähnlich sind, bietet die nachfolgende Tabelle einen guten Überblick über die Angebote der Unternehmen.

Anbieter verfügbare Titel Probeabo Mobil Preis
Spotify 16 Millionen 30 Tage auf Handy iOS, Android, WP, BB, Palm, Symbian 4,99€ / 9,99€ p.M.
Simfy 18 Millionen 30 Tage iOS, Android, BB 4,99€ / 9,99€ p.M.
Napster 15 Millionen 7 Tage iOS, Android 7,95€ / 9,95€ p.M.
Deezer 18 Millionen 15 Tage iOS, Android, WP, BB, Nokia 4,99€ / 9,99€ p.M.
Rdio 15 Millionen 7 Tage iOS, Android, WP, BB 4,99€ / 9,99€ p.M.
Juke 15 Millionen 7 Tage iOS, Android 9,99€ p.M.
Music Unlimited 10 Millionen 14 Tage Android 4,99€ / 9,99€ p.M.
Rara.com 10 Millionen 3 Monate für 0,99€ p.M. / 1,99€ mit Handy Android 4,99€ / 9,99€ p.M.
WiMp 16 Millionen 30 Tage iOS, Android, WP, Symbian, Meego 4,99€ / 9,99€ p.M.

iTunes Match – der Außenseiter

Der Musik-Streaming-Dienst „iTunes Match“ von Apple wurde nicht in den oberen Vergleich eingeführt, weil er sich doch etwas von den Konkurrenten unterscheidet. Das Konzept: Kunden von Apple können ihre gesamte Musiksammlung von ihrem Rechner behalten und sie gleichzeitig auf all ihren Geräten hören. Das Ganze kostet 24,99 Euro pro Jahr. Zunächst sammelt iTunes Daten über die Musiksammlung des Nutzers und gleicht sie mit den Liedern aus dem iTunes Store ab. Was im Filter durchfällt, wird später ins Netz geladen. Es gibt allerdings eine Limitierung: Die Lieder müssen eine Bitrate von 96 kbps oder höher besitzen und dürfen nicht größer als 200 MB sein. Des Weiteren darf die Mediathek nur 25.000 Lieder beinhalten, die nicht über den iTunes Store gekauft wurden. Lieder mit DRM fallen grundsätzlich für iTunes Match aus, was auch logisch ist. Praktisch: Wer seine alte Musiksammlung von 128 kbps im MP3-Format upgraden möchte, für den ist iTunes Match die erste Wahl. Alle verfügbaren Lieder stehen als 256-kbps-AAC-Datei zum Download zur Verfügung und können die alten Musik-Dateien ersetzen.

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Musik-Streaming Erfolg: Creative Commons by toddwickersty / Flickr.com
Streaming zu Geräten: Creative Commons by Johan Larsson / Flickr.com