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Das Haus rocken lassen: Musik im Netzwerk streamen

Das hauseigene Netzwerk gewinnt in unserer heutigen Gesellschaft, in der alle Familienmitglieder immer irgendwie vernetzt sind, immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wird die Musiksammlung zunehmend digital. Zwar besitzen viele Menschen nach wie vor CDs, diese werden aber häufig auf die Festplatte gerippt, weil das Abspielen so viel einfacher ist. Die digitalen Daten wandern über das Netzwerk (kabellos) zu einem der zahlreichen Endgeräte und lassen sich mühelos abspielen.

WLAN-Router: Die Basis zum Musikstreaming

Bevor die Musik in zahlreichen Räumen im Haus erklingen kann, muss das eigene Netzwerk stehen. In erster Linie benötigt man einen ordentlichen WLAN-Router, der auch dann nicht zusammenbricht, wenn er mehrere Verbindungen simultan laufen lässt. Entscheidend beim Kauf eines Routers sind zwei Dinge: Wird die Musik ausschließlich per Kabel übertragen oder auch kabellos? Für die kabellose Übertragung wird ein WLAN-Router benötigt, der eine möglichst weite Reichweite besitzt und Stabilität gewährleistet. Wer zahlreiche Geräte anschließen möchte, sollte darauf achten, dass der Router über mehrere Gigabit- und USB-Ports verfügt. Über USB lässt sich zum Beispiel eine externe Festplatte anschließen, auf der die Musik abgelegt wird. Ein weiteres Kaufkriterium ist die Unterstützung der beiden Frequenzbänder 2,4 und 5 GHz. Alle neuen, modernen Geräte können sich mittlerweile mit dem 5-GHz-Band verbinden. Bei der kabellosen Musikübertragung ist das wichtig, um möglichst wenige Geräte in dem Band zu haben, über das Musik übertragen wird.

Zusammengefasst sollte ein Router:

  • eine möglichst hohe Reichweite besitzen,
  • das 2,4- und 5-GHz-Band unterstützen,
  • hohe Stabilität bieten sowie
  • mehrere Gigabit- und (einen) USB-Port besitzen.

5 Wege, Musik zu streamen

Nachdem der WLAN-Router gekauft und eingerichtet wurde, ist der Grundstein zum Musikstreaming gelegt. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, das Haus rocken zu lassen. Nachfolgenden stellen wir einige davon vor:

1. AirPlay

Apple bietet seit geraumer Zeit die Technik AirPlay an, mit der man Audio und Video zu diversen Geräten streamen kann. Das von Apple entwickelte Format schickt Musik über iTunes an ein AirPlay fähiges Gerät, wahlweise über eine vorhandene LAN- oder WLAN-Verbindung. Viele HiFi-Komponenten von Denon, Pioneer, Marantz, Loewe, Philips, Bose und B&W sind AirPlay kompatibel und unterstützen somit diese Art des Musikstreamings. Natürlich kann die Musik auch von einem iPad oder iPhone gestreamt werden. Wer sich bei iTunes Match abonniert, kann seine Musik sogar aus dem Netz direkt an seine Geräte im Haus streamen, ohne dass sich diese auf einem lokalen Gerät befindet.

2. Bluetooth

Die kostengünstige Alternative zu AirPlay hat den Vorteil, dass sie von so ziemlich jedem Server, Notebooks und Smartphones zum Beispiel, unterstützt wird. Problematisch wird es beim Client, denn nicht jedes HiFi-System unterstützt Bluetooth. Häufig kann man hier mit einem Bluetooth-Dongle nachhelfen. Im Gegensatz zu AirPlay ist die Klangqualität dagegen eher mäßig. AirPlay überträgt problemlos Dateien im Apple Lossless Format (ALAC) mit 16 bit, also die Qualität, die wir von CDs gewohnt sind.

3. AirPort Express

Für Soundsysteme, die nicht mit AirPlay kompatibel sind, gibt es eine praktische Lösung. Der kleine Router AirPort Express besitzt einen optischen Audioausgang, der sich mit diversen Audiogeräten verbinden lässt. So kann man Musik aus iTunes zur AirPort Express streamen, diese reicht die Musik an die Anlage weiter. Praktischerweise lässt sich die Musik auch vom iPad oder iPhone oder dank iTunes Match aus dem Netz streamen, ein Rechner muss nicht zwingend eingeschaltet sein.

Noch ein Tipp: Für diejenigen, deren Hardware das AirPlay-Streaming vom PC aus nicht unterstützt, gibt es die kostenpflichtige Software Airfoil. Diese sendet einen Audiostream an alle Geräte im Haus.

4. Streaming-Dienste

Aktuell ist nichts beliebter als Musik-Streaming-Dienste, die Flatrates anbieten, mit der man unbegrenzt Rock, Pop und Co. hören kann. Die Angebote der Plattformen sind alle relativ ähnlich: Sie bieten einen Musikkatalog an, der zwischen 15 und 30 Millionen Songs umfasst. Dieser steht Abonnenten kostenlos komplett zu Verfügung, sie zahlen lediglich ein monatliches Abo zwischen 5 und 10 Euro. Einige Musik-Streaming-Dienste lassen sich direkt von einem HiFi-Gerät abrufen, andere benötigen eine spezielle Software für den Computer, das Smartphone oder Tablet. Der Nachteil dieser Methode: Man besitzt die Musik nicht. Es handelt sich um eine Art kostenloses und unbegrenztes Radio. Schließt das Unternehmen über Nacht, ist die Musik weg.

5. Home-Server oder NAS

Die meisten Menschen greifen zum Home-Server oder NAS. Ersterer kann jeder x-beliebige Computer sein, auch ältere Geräte kommen infrage. Sie werden an das Netzwerk angeschlossen, anschließend wird eine Software installiert, die die Musik an alle Geräte füttert. Ein großer Tower eignet sich zwar als Server, jedoch frisst eher viel Strom. Besser für diesen Dienst geeignet sind NAS (Network Attached Storage). Sie streamen Musik, Videos und Fotos auf Geräte im Netzwerk, ohne dass ein Computer laufen muss. Für einen NAS sprechen die geringen Maße, der große Festplattenspeicher, der niedrige Stromverbrauch und die zahlreichen Möglichkeiten, dieses kleine Gerät zu nutzen.

Fazit

Für welche der fünf Möglichkeiten man sich entscheidet, hängt von den eigenen Bedürfnissen und der zur Verfügung stehenden Hardware ab. Wer bereits AirPlay fähige Geräte besitzt, wird wohl kaum einen Home-Server zusammenstellen. Für diejenigen, die erst jetzt ein Streaming-Setup aufbauen, bietet ein NAS das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.