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Kopfhörerkabel: Praktische Lösungen, um Kabelsalat zu vermeiden

Für Vielhörer gibt es nichts Lästigeres als Kabel, die sich in der Hosentasche von selbst verknoten. Häufig scheint es so, als würden kleine Kobolde in unseren Hosentaschen absichtlich die Kabel verknoten, nur um uns damit auf den Geist zu gehen. Dabei spielt es keine Rolle, wie ordentlich man die Kopfhörer in die Tasche legt, früher oder später entsteht der berüchtigte und gehasste Kabelsalat. Er ist nicht nur lästig, sondern auch äußerst schädlich für die Kopfhörer. Die dünnen Drähte innerhalb der Kabel können leicht brechen und machen den Kopfhörer so nutzlos. Im Anschluss haben wir einige Tipps vorbereitet, damit Kabelsalat Schnee von gestern wird.

Warum Kopfhörerkabel in der Hosentasche verknoten

Nicht nur der Otto-Normalverbraucher, der auf der Straße, im Bus oder zu Hause gemütlich Musik hören möchte, ist vom Kabelsalat seines Kopfhörers alles andere als angetan. Forscher sind von diesem Phänomen ebenfalls begeistert und haben untersucht, wie und warum der Kabelsalat entsteht. Dazu haben sie viele Hundert Kabel in eine Kiste gelegt und sie rotieren lassen. Zu Anfang rotierte die Kiste langsam, dann immer länger. Am Ende des Experiments fanden die Forscher nahezu alle mathematisch denkbaren Knoten in der Kiste. Ja wirklich, Knoten sind Teil der Mathematik.

Mathematiker sind von Knoten so begeistert, dass sie versuchen, Knoten mithilfe von Formeln voneinander zu unterscheiden. Knoten, die sehr ähnlich aussehen, können mathematisch gesehen völlig unterschiedlich sein. Das Kabel des Kopfhörers hat zwei Enden und das ist auch der Grund, warum Knoten überhaupt entstehen. Beide Enden sind frei beweglich und wandern früher oder später zwischen zwei Schlauchwindungen.

Der Gordische Knoten

Der Gordische Knoten

Der Gordische Knoten

Den Mythos vom Gordischen Knoten kennt nicht jeder, deshalb hier die Geschichte: Eines Tages erreicht der arme Bauer Gordius auf seinem Ochsenwagen Phrygien (eine Region in der heutigen Türkei). Das Orakel der Bewohner dieser Region sagte ihnen voraus, dass ihr zukünftiger König auf einem Wagen erscheinen wird. Gordius wurde kurzerhand vom armen Bauer zu einem phrygischen König. Aus Dank weihte Gordius seinen Wagen Zeus und knüpfte zwischen Deichsel und Joch des Karrens einen Knoten. Das Orakel prophezeite, dass derjenige, der diesen komplizierten Knoten löst, Asien regieren wird. Viele kluge Leute versuchten sich an dieser Aufgabe – ohne Erfolg. Um 333 v.Chr. erreichte Alexander der Große die Region und zerschnitt den Knoten mit seinem Schwert.

Jahrhunderte lang haben viele Menschen darüber gegrübelt, ob man den Knoten auf irgendeine Weise ohne Schwert lösen könnte. Ein schweizer Biologe und polnischer Physiker rekonstruierten den legendären Knoten mithilfe eines Computerprogramms. Das Ergebnis: Der Knoten ist tatsächlich nicht lösbar. Der Grund dafür war allerdings vermutlich ein physikalischer Trick: Das Seil wurde vor dem Binden in eine Flüssigkeit getaucht und anschließend sofort in der Sonne getrocknet.

Anleitung: Kabelsalt bei Kopfhörern vermeiden

Kaum ein Kopfhörerkabel wird sich in der Hosentasche in einen unlösbaren gordischen Knoten verwandeln. Doch auch andere, simplere Knoten sind lästig und benötigen ihre Zeit, um gelöst zu werden. Die Lösung gegen Kabelsalat ist es, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Der Rocker-Handgriff:

Rocker-Handgriff11. Rocker und Heavy-Metal-Fans kennen die Geste: Mit dem kleinen Finger und Zeigefinger zeigen sie Hörner. Diese Geste ist äußerst praktisch, um einen Kabelsalat bei Kopfhörern zu verhindern. Dazu das Kabel mit den Ohrstöpseln nach oben auf Zeigefinger und kleinen Finger legen.

Rocker-Handgriff22. Anschließend das Kabel über Kreuz zwischen den beiden Fingern aufwickeln. Nicht zu stramm ziehen, ansonsten wird das Bündel zu klein.

Rocker-Handgriff33. Wenn noch etwa zehn Zentimeter Kabel übrig bleiben, nicht mehr Kreuz wickeln, sondern den Rest um die Mitte schlingen und damit dem Bündel halt geben.

Rocker-Handgriff44. Abschließend wird der Stecker durch die untere Schlaufe gesteckt – fertig. Mit etwas Übung lässt sich dieser Vorgang bei Bedarf sehr schnell ausführen. Der „Rocker-Handgriff“ übersteht jedem Hosentaschentest und setzt dem Kabelsalat ein Ende.

Um den Player wickeln:

Als Alternative zum Rocker-Handgriff besteht die Möglichkeit, das Kabel um den Audiplayer zu wickeln. Der Trick besteht darin, das Kabel weder zu fest noch zu locker zu wickeln. Auch beim Stecker muss man achtgeben, dass er nicht abgeknickt und somit beschädigt wird. Das Ende des Kabels wird wie auch beim Rocker-Handgriff in eine Schlaufe gesteckt. Leider ist dieser Trick nicht immer möglich. Gerade bei kleinen Playern wie dem iPod Shuffle von Apple ist es schwierig, da der Player schlichtweg zu klein ist.

Kabelmanagement für Kopfhörer:

Für die Besitzer von einem iPod Shuffle und anderen kleinen MP3-Playern gibt es Kabelmanager. Diese bestehen in der Regel aus Silikon und sind ideal, um das Kabel herumzuwickeln. Sie sind kabelschonend und bringen das Kabel auf die optimale Länge, ohne es zu beschädigen. Ein Kabelmanager ist in diversen Onlineshops für weniger als fünf Euro erhältlich. Meist gibt es sie in den verschiedensten Formen, sodass sie gleichzeitig auch ein schönes Design-Accessoire sind.

Schlaufen in Kleidung:

Sportler und Jogger kennen sie: Jacken, T-Shirts und andere Kleidung, die spezielle Kanäle und Schlaufen besitzen, um das Kabel von Kopfhörern durchzuführen. Diese Schlaufen und Kanäle kann sich jeder in die Innenseite seiner Kleidung nähen. So ist man nicht gezwungen, die Kopfhörer in der Hosentasche aufzubewahren und einen Kabelsalat zu riskieren. Zudem sind diese Kanäle äußerst praktisch, denn sie schützen das Kabel vor diversen Witterungsverhältnissen.

Artikelbild: Creative Commons by efelippe / Flickr.com
Der Der Gordische Knoten: Jean-Simon Berthélemy [Public domain], via Wikimedia Commons